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03 // SITL-Szenariobibliothek

14 Szenarien, ein Betriebssystem

Jedes der folgenden Einsatzprofile läuft auf demselben Schwarm-Betriebssystem in der Software-in-the-Loop-Simulation (SITL), bevor reale Hardware zum Einsatz kommt. Jede Karte beschreibt das taktische Ziel, den Phasenablauf und die in der Architektur verankerten Entscheidungspunkte des Bedieners.

Aufklärung // Überwachung 01

01 · Überwachungsraster

Kontinuierliche Gebietsüberwachung durch einen Beobachtungsschwarm. Der Bediener entscheidet über die Reaktion beim ersten Sensorkontakt.

  1. 1. Beobachtungsdrohnen fliegen wählbare Suchmuster (Linien, Gitter oder gestaffelte Ellipsen).
  2. 2. Zwei feste Relaisstationen sichern die Kommunikationsanbindung.
  3. 3. Bei Kontakt pausiert das System für die Entscheidung des Bedieners.
  4. 4. Der Bediener weist ein neues Ziel zu, ignoriert den Kontakt oder befiehlt die Rückkehr zur Basis.
Logistik 02

02 · Logistikversorgung

Eine Frachtdrohne fliegt mit zwei Begleitdrohnen einen geplanten Korridor zu einer vorgeschobenen Landezone; die Landung erfolgt erst nach Freigabe.

  1. 1. Die Frachtdrohne fliegt in Korridorhöhe, die Begleiter kreisen in unmittelbarer Nähe.
  2. 2. Entscheidungspunkt: Landezone sicher – Freigabe, Umleitung oder Abbruch.
  3. 3. Die Fracht sinkt ab und landet; die Begleiter halten die Überwachung aufrecht.
  4. 4. Die Formation kehrt geschlossen zum Depot zurück.
Luft und Boden kombiniert 03

03 · Evakuierungskorridor

Evakuierung von Verletzten entlang eines vorbereiteten Korridors durch unbemannte Bodenfahrzeuge (UGV) unter ständiger Luftüberwachung.

  1. 1. Die Luftüberwachung klärt den Korridor im Mäander-Suchmuster auf.
  2. 2. Entscheidungspunkt: Korridorfreigabe für den Konvoi – Genehmigen, Ausweichen oder Stopp.
  3. 3. Bodenfahrzeuge bringen den Konvoi zum Evakuierungspunkt.
  4. 4. Der Luftschwarm sichert bis zum Abschluss der Übergabe.
Luftverteidigung 04

04 · Abfangen per Mutterschiff

Schutz eines Bereichs mit einer Mutterschiff-Drohne, die Abfangdrohnen mitführt. Die Freigabe richtet sich genau nach der aktuellen Bedrohungsstärke.

  1. 1. Das Mutterschiff patrouilliert mit voller Nutzlast im Schutzsektor.
  2. 2. Bei einer Erkennung hält das Mutterschiff Sicherheitsabstand zum Bedrohungszentrum.
  3. 3. Freigabe von Abfangdrohnen entsprechend der Bedrohung plus Reserve; die übrigen Drohnen bleiben gesichert.
  4. 4. Die Abfangdrohnen neutralisieren die Ziele; das Mutterschiff schließt die Patrouille ab.
Luftverteidigung 05

05 · Bodenbatterie

Punktverteidigung mit ortsfester Abfangbatterie und elektrooptischen Sensormasten; der Bediener erteilt vor jedem Start die Freigabe.

  1. 1. Elektrooptische Masten überwachen den Luftraum laufend auf anfliegende Ziele.
  2. 2. Bei einer Erfassung hält der Ablauf für die Autorisierung durch den Bediener an.
  3. 3. Entscheidung des Bedieners: Feuer frei, Feuer halten oder Abbruch.
  4. 4. Nach Freigabe setzt die Batterie je Ziel ein Abfangdrohnen-Paar ein, bis der Luftraum frei ist.
Hybride Drohnenabwehr 06

06 · Hybride Drohnenabwehr (zwei Schichten)

Zweischichtige Verteidigung: Ein fliegendes Mutterschiff deckt die äußere Reichweite ab, eine Bodenbatterie hält die innere Reserve für die manuelle Freigabe bereit.

  1. 1. Anfliegende Ziele werden auf maximale Entfernung durch das Mutterschiff bekämpft.
  2. 2. Die Bodenbatterie hält Feuerbereitschaft; der Bediener beobachtet die Wirkung.
  3. 3. Entscheidungspunkt: Innere Schicht freigeben, halten oder Bereitschaft aufheben.
  4. 4. Nach Freigabe neutralisiert die Bodenbatterie durchgebrochene Restziele.
Bodenpatrouille 07

07 · Bodenpatrouille & Perimeterschutz

Ein Schwarm von Bodenfahrzeugen patrouilliert entlang von Zäunen und Trassen unter Luftaufklärung; jeder Kontakt wird vom Bediener eingestuft.

  1. 1. Bodenfahrzeuge fahren die Perimeterroute; eine Aufklärungsdrohne überwacht das Vorfeld.
  2. 2. Bei Kontakt fordert das System eine Einstufung an.
  3. 3. Der Bediener wählt: Abfangen, als neutral markieren oder fortsetzen.
  4. 4. Die Bodenfahrzeuge laufen am Zielpunkt zusammen und kehren danach auf Patrouille zurück.
Suche & Rettung 08

08 · Suche und Rettung mit Bedienerentscheidung

Ein Such- und Rettungsschwarm durchsucht ein Katastrophengebiet systematisch nach Vermissten. Bei optischem Kontakt prüft der Bediener vor dem Abstieg.

  1. 1. Der Suchschwarm fliegt ein wählbares Suchmuster über das Zielgebiet.
  2. 2. Bei optischem Sensorkontakt pausiert das System.
  3. 3. Der Bediener wählt: Bestätigen, Fehlalarm oder Weitersuchen.
  4. 4. Nach Bestätigung sinkt eine Drohne zur Identifikation aus der Nähe ab.
Aufklärung 09

09 · Pfadfinder-Aufklärung

Eine Aufklärungsdrohne fliegt Korridore geländefolgend im Tiefstflug ab und übergibt die geprüfte Route an nachfolgende Formationen.

  1. 1. Die Sensornutzlast (LIDAR, SAR, UWB) wird aktiviert.
  2. 2. Der Späher fliegt den Korridor im Schutz des Geländes ab.
  3. 3. Die Sensorfusion an Bord erzeugt eine hochauflösende 3D-Hinderniskarte.
  4. 4. Der nachfolgende Schwarm nutzt den aufgezeichneten Pfad im Formationsflug.
Missionsplanung 10

10 · Planungskorridor (Lwiw → Kyjiw)

Abdeckung eines realen Großkorridors: 441 Wegpunkte über 764 km Flugstrecke mit dynamischem Formationsversatz im autonomen Transit.

  1. 1. Vollständige Missionsdatei mit Koordinaten, Höhen und Geschwindigkeiten.
  2. 2. Der Späher fliegt die Wegpunkte unter Einhaltung des taktischen Höhenprofils ab.
  3. 3. Der Begleitschwarm folgt mit einstellbarem seitlichem Versatz.
  4. 4. Die Mission endet mit einem geordneten Sammelpunkt am Zielort.
Nahbereichs-Drohnenabwehr 11

11 · Crashtest Schlangeninsel

Nahbereichsverteidigung: Eine ortsfeste Plattform erfasst Tiefflieger ausschließlich mit dem eigenen Radar, ohne externes Lagebild, und neutralisiert sie.

  1. 1. Die Plattform hält den Schwebeflug nahe dem Schutzobjekt.
  2. 2. Anfliegende Ziele nähern sich im extremen Tiefflug (für Radar schwer erfassbar).
  3. 3. Das Bordradar isoliert die Bedrohung auf kurze Distanz.
  4. 4. Ein schneller Abfänger startet und neutralisiert das Ziel vor dem Einschlag.
Konvoischutz 12

12 · Konvoi- und Einsatzkräfteschutz

Ein fahrender Konvoi mit mitgeführten Abfangdrohnen unter Führung einer Leitdrohne, die das Vorfeld nach Hinterhalten aufklärt.

  1. 1. Der Konvoi fährt; die Leitdrohne klärt die Marschstrecke auf.
  2. 2. Die Drohne erkennt ein Luftziel oder einen Flankenangriff und übergibt die Koordinaten.
  3. 3. Entscheidungspunkt: Autorisieren, Halten oder Abbruch.
  4. 4. Die Abfangdrohnen des Konvois neutralisieren die Bedrohung während der Fahrt.
Resilienz & Störfestigkeit 13

13 · Störfester Schwarm

GNSS-Spoofing und Störsignale wurden in der Simulation binnen 3 Sekunden erkannt und verworfen; der Schwarm hält seine relative Formation über UWB und Inertialsensorik.

  1. 1. Ein Referenzanker spannt per UWB ein lokales Koordinatensystem auf.
  2. 2. GNSS wird gestört oder gefälscht und deterministisch verworfen.
  3. 3. Der Schwarm navigiert stabil über relative UWB-Ortung und optische Odometrie.
  4. 4. Bei Überschreitung eines Schwellenwerts entscheidet der Bediener über den Abbruch.
Luftverteidigung 14

14 · Abfangen schneller Jet-Ziele im Verbund

Verteidigung gegen Hochgeschwindigkeitsziele durch koordinierte frontale Abfanggeometrie mehrerer Drohnenteams.

  1. 1. Radar und elektrooptische Weitbereichssensoren erfassen schnelle Anflugvektoren.
  2. 2. Das System pausiert für die abschließende Freigabe der Abfangteams.
  3. 3. Nach Freigabe fliegen die Teams vorausberechnete frontale Abfangkurse.
  4. 4. Gleichzeitige Neutralisierung vor Erreichen des Schutzbereichs.